Geschichte der Gemeinde Rollwitz

Das lateinisch abgefasste Landbuch Kaiser Karls des IV. berichtet : ...damals um 1375 waren in Rullenwitze die Ritter Schernekow und Lindstedt sowie kirchliche Stiftungen in Pasewalk mit Land begütert ...Rullenwitze... unterstand der Herrschaft der jungen Herzöge von Pommern und hatte 60 Hufen, deren jede Zehnt, Bede und Zins insgesamt 40 Schilling sowie 19 Scheffel Weizen, Roggen, Gerste und Hafer zu entrichten hatte. 1608 berichtete der kurfürstliche Landreiter, das Dorf nebst Rittersitz gehöre Adam und Jürgen v. Lindstedt. Während des 30 jährigen Krieges wurden von 16 Bauernhöfen 7 wüst und kamen zugleich mit dem Lindstedtschen Gerechtsamen an Rittmeister v. Winterfeldt, die verfallene Kirche wurde wieder instand gebracht. Aus wüst gewordenen Hufen entstand ein Rittergut. Die Kirche war von her Tochter von Schmarsow unter dem Patronat des Rittergutsbesitzers. 1921 wurde Rollwitz ...mit 14 ½ km östlich von Strasburg gelegen, mit 89 Einwohner und 281ha, Gut mit 247 Einwohnern und 759 ha genannt.

Das Landbuch Kaiser Karl des IV. vermeldet über das von deutschen Kolonisten gegründete Dorf ...Smarsow:...Gut mit 183 Einwohner, 678ha Land. Von den 40 Hufen der Gemarkung standen um 1375 die meisten den Rittern Lindstedt zu. Auch 1608 berichtet der kurfürstliche Landreiter:.. Dorf und Rittersitz gehöre Jürg und Adam von Lindstetten zu Bröllin.

An die Stelle der Lindstedt traten die Winterfeldt, wie es im Protokoll von 1688 heißt: ..das Dorf gehört von Winterfeldt alleine zu. Als eine der wenigen uckermärkischen Ortschaften besaß Schmarsow keine eigene Krugwirtschaft. Die Junker von Lindstedt gestatteten den untertänigen Bauern und Kossäten die Pasenelle aus Pasewalk zu holen. Nach dem 30jährigen Krieg kam Schmarsow kurzzeitig in den Besitz derer von Blücher (1653)und dann ab 1656 in den Besitz der Familie von Winterfeldt . Hans Carl von Winterfeldt, Freund und Feldherr Friedrichs des Großen verlebte hier seine Jugend. 1782 kamen die v. Sydow in den Besitz des Rittergutes. 1809 zählte man nur 4 Bauern und 2 Kossätenhöfe. Auch sie wurden später vom Rittergut aufgekauft. Von 1840 kam es an Herz und seit 1917 an Flügge.

Rollwitz besitzt ein Denkmal zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten im Park.

Schmarsow/Ausbau, Rollwitz-Siedlung und der Bereich Damerower Weg sind auf der topografischen Karte von 1911 nicht dargestellt. Diese Orte wurden erst in den 30iger Jahren des 20.. Jahrhunderts aufgesiedelt. Rollwitz gehörte ursprünglich der Uckermark an, zählte bis 1950 zum Kreis Prenzlau und gelangte dann zum Kreis Pasewalk. Zu Rollwitz gehört seit 1971 der Ortsteil Schmarsow. Mit der Bodenreform nach 1945 wurden ca. 596 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche enteignet und davon 327ha an 42 landlose Bauern und Landarbeiter, 9 ha an einen landarmen Bauern, 187 ha an 28 Umsiedler, 20,5 ha an die Gemeinde und 3 ha an die VdgB übergeben. Mit der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft entstanden 1952 die LPG Typ I und 1955 die LPG Typ III. 1960-70 bildeten sich noch 2 LPG Typ I (Einheit und Uckermark) die sich 1970/71 mit der LPG Typ III zusammenschlossen. 1972 erflogte die Vereinigung der Rollwitzer mit der Schmarsower LPG, 1973 erfolgte dann die Gründung der KAP Rollwitz mit Nieden, Damerow, Züsedom und Fahrenwalde. Heute leben (Stand 1.07.2003 Amt Uecker-Randow-Tal) 659 Einwohner in der Gemeinde Rollwitz, davon 117 in Schmarsow.